
Für Siebdrath wurde der Saisonabschluss 2025 zu einem ganz besonderen Highlight: Der IDM-Pilot erhielt die Chance, als Wildcard-Fahrer beim letzten Lauf der Superbike-Weltmeisterschaft im spanischen Jerez an den Start zu gehen. Nach dem Wechsel von Yamaha zu Honda für die kommende IDM-Saison 2026 war das Debüt in der Königsklasse der Superbikes eine einmalige Gelegenheit, internationale Luft zu schnuppern – und wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln.
„Natürlich war das eine Riesengelegenheit für mich“, sagte Siebdrath nach dem Wochenende. „Ich hatte nur einen einzigen Testtag mit der Honda, also ein komplett neues Motorrad und ein neues Team. Trotzdem wollten wir die Chance unbedingt nutzen, um zu sehen, wo wir stehen.“
Der Test fand direkt nach dem IDM-Finale in Hockenheim statt – vier kurze Turns zu je 20 Minuten, bevor es Richtung Spanien ging. Die Voraussetzungen waren also alles andere als ideal. Dennoch zeigte sich Siebdrath optimistisch: „Ich habe mich total auf den WM-Einsatz gefreut. Allein schon, mit den besten Fahrern der Welt auf der Strecke zu stehen, war ein unglaubliches Gefühl.“
Bei sommerlichen Bedingungen mit rund 28 Grad und strahlendem Sonnenschein startete der Wildcard-Pilot am Freitag in das erste freie Training und die Superpole-Session. Mit einem Startplatz auf Position 32 ging er in seine ersten beiden WM-Rennen. „Der SCX-Reifen war komplett neu für mich. In der IDM dürfen wir den nicht verwenden, ich konnte ihn einfach nicht optimal nutzen. Trotzdem haben wir im Laufe des Wochenendes gute Fortschritte gemacht.“
Im Warm-up zeigte sich die Arbeit des Teams bereits: Nach einigen Änderungen am Motorrad konnte sich Siebdrath um eine halbe Sekunde verbessern. Das erste Rennen am Samstag endete jedoch vorzeitig: Ein technischer Defekt zwang den Fahrer nach nur zwei Runden zur Aufgabe. „Das war natürlich extrem ärgerlich“, so Siebdrath. „Mein erstes WM-Rennen nicht zu Ende fahren zu können, tut weh – aber das gehört leider zum Motorsport dazu.“
Am Sonntag lief es besser: Im zweiten Rennen konnte Siebdrath konstant seine Rundenzeiten fahren und das Rennen auf Platz 24 beenden. „Ich habe mich im zweiten Rennen deutlich wohler gefühlt, konnte viel lernen und wichtige Erkenntnisse mitnehmen“, sagte der Honda-Pilot zufrieden. „Wir wissen jetzt genau, woran wir im Winter arbeiten müssen – sowohl ich als Fahrer als auch das Team. Das ist das Wichtigste.“
Trotz schwieriger Ausgangslage zieht Siebdrath ein positives Fazit: „Es war ein sehr lehrreiches Wochenende. Wir haben viele Daten gesammelt und wissen jetzt, wo wir stehen. Wenn wir unsere Arbeit über den Winter gut umsetzen, bin ich überzeugt, dass wir 2026 in der IDM stark auftreten werden.“

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