
Am vergangenen Wochenende machte die EuroMoto-Saison 2026 Station im tschechischen Brünn. Zum ersten Mal war der traditionsreiche Kurs Teil des Rennkalenders. Für Marvin Siebdrath wurde das zweite Rennwochenende der Saison zu einer echten Herausforderung – mit einem am Ende sehr positiven Ergebnis.
Obwohl Siebdrath die Strecke bereits aus dem Jahr 2017 kannte und im Vorfeld dort getestet hatte, stellte das Wochenende Fahrer und Teams vor neue Aufgaben. Dank drei freier Trainings am Donnerstag und zwei weiteren Sessions am Freitag blieb genügend Zeit für Abstimmungsarbeit – die sich zunächst jedoch schwierig gestaltete.
„Wir haben uns in den freien Trainings sehr schwergetan, das richtige Setup zu finden“, erklärt Siebdrath. „Dazu kam mein Sturz am Donnerstag, der mir natürlich auch etwas Selbstvertrauen genommen hat.“
Mit entsprechend schwieriger Ausgangslage ging der Sachse in die Qualifyings. Im ersten Qualifying reichte es zunächst zu Startplatz sieben – ein Ergebnis, mit dem er nur teilweise zufrieden war. Gemeinsam mit dem Team wurde daraufhin vor dem zweiten Qualifying eine größere Setup-Änderung vorgenommen – mit Erfolg.
„Wir haben vor Qualifying zwei nochmal eine größere Änderung vorgenommen – und die hat sofort funktioniert. Ich hatte direkt wieder Vertrauen zum Vorderrad und konnte wieder richtig pushen“, so Siebdrath. „Am Ende konnte ich mich um eine ganze Sekunde verbessern und mir Startplatz fünf sichern.“
Am Samstagnachmittag stand das erste Rennen des Wochenendes auf dem Programm. Siebdrath erwischte einen starken Start und konnte sich direkt in der Spitzengruppe behaupten. Seine Strategie, zu Beginn bewusst mit den Reifen zu haushalten, ging jedoch nur teilweise auf.
„Ich war direkt an der Führungsgruppe dran, wollte zu Beginn etwas kontrollierter fahren, um am Ende noch Reserven zu haben. Dadurch war ich am Anfang allerdings etwas zu vorsichtig und bin in Zweikämpfe geraten, die viel Zeit gekostet haben“, berichtet er.
Vier Runden vor Schluss setzte sich Siebdrath an die Spitze der Verfolgergruppe und konnte sich dort sogar noch absetzen. Der Rückstand nach vorne war jedoch bereits zu groß. Im Ziel stand dennoch ein starker vierter Platz.
Im zweiten Rennen am Sonntag setzte Siebdrath auf eine offensivere Strategie. Trotz eines nicht optimalen Starts arbeitete er sich schnell wieder nach vorne und fand früh seinen Rhythmus.
„Diesmal wollte ich direkt von Anfang an mitgehen und die ersten Runden schneller angehen. Der Start war nicht ideal, aber ich konnte schnell wieder Plätze gutmachen und konstant meinen Rhythmus fahren.“
Über weite Strecken lag Siebdrath auf Rang fünf und fuhr ein ähnliches Tempo wie die Fahrer vor ihm. Zwar reichte es diesmal noch nicht ganz für den Kampf ums Podium, im direkten Duell setzte er sich jedoch durch und sicherte sich erneut Rang vier.
Nach einem schwierigen Auftakt am Donnerstag fällt das Fazit des Wochenendes entsprechend positiv aus.
„Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Nach dem schwierigen Start konnten wir uns im Verlauf des Wochenendes deutlich steigern. In beiden Rennen haben wir uns nach vorne gearbeitet und konnten den Abstand zum Podium weiter verkürzen. Das zeigt, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben“, sagt Siebdrath.
Besonders lobt der Fahrer die Arbeit seines Teams, das nach dem Sturz schnell reagierte und gemeinsam mit ihm das entscheidende Setup fand.
„Das Team hat super gearbeitet – gerade nach dem Sturz am Donnerstag. Dass wir dann noch rechtzeitig gemeinsam das passende Setup gefunden haben, freut mich besonders. Darauf können wir definitiv aufbauen.“
Mit zwei vierten Plätzen in Brünn nimmt Marvin Siebdrath wichtige Punkte mit und reist mit zusätzlichem Selbstvertrauen zum nächsten Rennwochenende – das Ziel Podium bleibt fest im Blick.

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